Drei Fragen, die neugierig machen.

Drei Antworten, die Perspektiven öffnen.

KI als Betriebssystem der Zukunft

In dieser Ausgabe von „3 Fragen an …“ sprechen wir mit André Käber, Unternehmer, LogTech-Experte und Gründer von ANDKAEBER, Shift³ und ANDTALENT.

Mit über 20 Jahren Erfahrung in Digitalisierungs- und Logistikprojekten gehört André zu den Stimmen, die technologische Innovation immer im Kontext von Struktur, Kultur und Menschen denken.

Im Interview erklärt er, wie ein intensiver Aha-Moment seine Sicht auf KI verändert hat, was verantwortungsvolle Anwendung wirklich braucht und warum der größte Wert von KI darin liegt, Menschen von „Fake Work“ zu befreien, damit wieder Raum für echte Gestaltung entsteh

Was war dein persönlicher Aha-Moment beim Thema KI – und wie hat er deine Sicht auf Technologie verändert?

Mein eigentlicher Aha-Moment kam nicht, als ich 2020 begann, mich mit KI zu beschäftigen, sondern erst 2023, während einer intensiven AI Academy. Ich hatte schon seit 2016 mit SaaS- und Cloud-Applikationen gearbeitet, aber erst dort wurde mir das ganze Ausmaß bewusst: Generative AI, Agentic AI und Industrial AI verändern nicht nur Werkzeuge, sondern ganze Denkmuster.

Diese Technologien sind keine Ergänzung, sie werden zum Betriebssystem der Zukunft. Sie fordern uns heraus, Technologie neu zu verstehen: nicht als Tool, sondern als Partner in der Wertschöpfung. Seitdem sehe ich KI als Katalysator, der Menschen befähigt, wieder das zu tun, was sie wirklich als Mensch ausmacht: Gestalten, Entdecken, Entscheiden und Einzigartigkeit.

Was braucht es deiner Meinung nach, damit KI nicht nur effizient, sondern auch verantwortungsvoll eingesetzt wird?

Verantwortungsvolle KI beginnt mit Haltung und nicht mit Technologie.

Unternehmen brauchen eine AI-First-Governance, die Ethik, Transparenz und messbaren Nutzen vereint. Das bedeutet: saubere Daten, neue Rollen (AI Stewards, Prompt Engineers, Data Translators) und Operating Models, in denen Business und IT nicht länger nebeneinander, sondern ineinander arbeiten.

Wir müssen KI nicht nur „einführen“, sondern strategisch integrieren und Bestehendes konsequent in Frage stellen: in Prozesse, Entscheidungslogiken und Unternehmenskultur. Es braucht klare Leitplanken für Bias, Datenherkunft und Verantwortung, aber gleichzeitig auch Mut zum Experimentieren.

Wenn wir KI in sichere, erklärbare und skalierbare Systeme einbetten, beispielsweise auf Basis von Data Fabric, MLOps und einer „Human-in-the-Loop“-Philosophie – dann entsteht echte Verantwortung: weil Menschen den Rahmen setzen, in dem Maschinen wirken dürfen.

Du sprichst oft davon, dass Menschen im Zentrum jeder Veränderung stehen – wie gelingt das bei KI-Projekten konkret?

Ich glaube, wir haben in den letzten 20 Jahren unzählige Aufgaben geschaffen, die uns beschäftigt halten, aber wenig echten Wert erzeugen. Vieles davon ist schlicht „Fake Work“. KI kann uns helfen, das zu beenden.

Nicht, indem sie Menschen ersetzt, sondern indem sie uns entlastet, von Routinen, Komplexität, Kontrollismus und Overload.

Der wahre Gewinn liegt nicht in mehr Effizienz, sondern in mehr Menschlichkeit: mehr Zeit zum Führen, mehr Raum für Kreativität und nachhaltige Entscheidungen.

Wenn wir KI so verstehen, wird sie zum Kompass, nicht zum Kontrolleur. Sie zeigt uns, was wir nicht mehr tun müssen, damit wir uns wieder auf das konzentrieren können, was zählt nämlich Menschen, Prozesse, Technologie.

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